Nuortariikas Lapinporokoira


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FAQs

Rasse Infos

FAQs
 
Ich nehme meine „Weisheiten“ hauptsächlich aus eigener Erfahrung und Erfahrungsberichten von Lapinporokoira-Haltern und Züchtern, da es über die Rasse recht wenig Literatur gibt.  

Ist das eine Minihusky?
Nein! Das einzige, was Husky und Lapinporokoira gemein haben, ist die FCI Gruppe 5. Ansonsten ist der Lapinporokoira kein Schlittenhund, sondern ein Hütehund und zudem viel kleiner und gedrungener im Erscheinungsbild.
Lapinporokoira: 48-54 cm (Rüden) und 43 – 49 cm (Hündinnen) Siberian Husky: 53,5-60 cm (Rüden) und 50,5 – 56cm (Hündinnen)  

Was ist der Unterschied zwischen den drei Lapphunderassen? 

Dazu eine kleine vergleichende Tabelle:
 
Lapinporokoira
Haarkleid
Mittellang oder lang und gerade, schwarz, braun und grau mit oder ohne Abzeichen
48 - 54 cm (Rüden), 43 - 49 cm (Hündin)

Lapinkoira
Haarkleid
Dicht und reichlich, alle Farben sind erlaubt
46 – 52 cm (Rüde) 41 – 47 cm (Hündin)

Svensk Lapphund
Haarkleid
Üppiges doppeltes Haarkleid, schwarz (weiße kleine Abzeichen sind erlaubt)
45 - 51 cm (Rüden), 40 - 46 cm (Hündin)

Fühlt sich so ein nordischer Hund in unseren Breitengraden wohl?
Durchaus! Der Lapinporokoira ist ein sehr anpassungsfähiger Hund. Das Haarkleid und vor allem die Unterwolle sind zwar dicht, die Hunde verlieren im Frühjahr so viel Unterwolle, dass sie bei Sonne nicht leiden müssen.
Abgesehen davon kennt jeder Hund seine Grenzen und sucht rechtzeitig Schatten auf. Auch wir Menschen werden kaum in der Mittagssonne ohne Schutz liegen.
Mein Fjord liebt es zudem in der prallen Sonne zu liegen ohne zu leiden.
 
Wie schlimm ist das Bellen?
Zu diesem Punkt muss man verstehen, dass das Bellen DIE Ausdrucksweise dieser Rasse sind. Mit dem Bellen bringen sie ganze Rentierherden zur Bewegung. Somit erklärt sich, dass man diese Eigenschaft niemals abstellen kann. Es ist aber sehr wohl in den Griff zu bekommen und kann zumindest gebündelt werden.
 
Wofür wurde der Lapinporokoira ursprünglich verwendet?
Wie der Name schon sagt ist der Lappländer Rentierhund zum Hüten von Rentieren gezüchtet worden.
Zudem wurden die Hunde auch als Jagd- und Wachhunde von den Samen eingesetzt.
Die Hunde entwickelten sich vermutlich aus nordischen Jagdhunden unter Einkreuzung von schottischen Hütehunden.
 
Und wie kann ich meinen Lapinporokoira auslasten?
Im Grunde ganz einfach: Durch traditionelle Hundesportarten. Obedience, Fährte, Agility und Dogdancing sind wunderbare Aufgaben zur Auslastung der Hunde. Einige Exemplare eignen sich auch für die Schutzarbeit. Und natürlich seiner urtümlichen Aufgabe: Dem Hüten!
Ebenso kann man sich mit einem Lapinporokoira auch „sinnvollen“ Aufgaben, wie der Rettungshundearbeit oder der Ausbildung zum Therapiehund widmen.  
Muss der Hund unbedingt beschäftigt werden?
Ja! Und in diesem Fall ohne Wenn und Aber. Ein Hütehund, egal welcher Herkunft gehört sowohl körperlich als auch geistig ausgelastet, sonst sucht er sich Arbeit, die dann meisten nicht den Wünschen seines Halters entspricht.
Ich vermittle meine Hunde nur an Menschen, die den Hund auch entsprechend geistig auslasten.

Aber die Hunde gelten doch als stur?
Genau das macht sie schwierig und für Anfänger wenig geeignet. Der Lapinporokoira ist ein Hund, der unbedingt arbeiten möchte, aber dabei seinen Kopf hat und diesen auch durchsetzen möchte. Er verliert niemals seine Eigenständigkeit. Durch Gewalt oder Hau-Ruck Methoden wird man diesen Hunden sicherlich nichts beibringen. Ich persönlich empfehle den Clicker. Meiner Meinung nach die beste Möglichkeit dem Hund etwas unter Bedachtnahme seines eigenen Verstandes zu lernen.
 
Kann man den Hund nicht mit Futter oder Spieli locken?
Jein! Wenn der Hund komplett umgeschalten hat (habe ich alles schon erlebt), ist es wohl besser das Training mit einer einfachen Übung positiv zu beenden und beim nächsten mal wieder zu versuchen. Hundesport ist eine schöne Sache, aber nicht um jeden Preis.
Ich schrieb jein, weil es wohl immer eine Möglichkeit gibt, den Hund zum Weiterarbeiten zu bewegen. Aber ob das dann für den Hund die beste Methode ist, ist fraglich.
 
Ist die Rasse für Anfänger geeignet?
Auch diese Frage muss ich mit „jein“ beantworten. Es wird immer geschickte Neo-hundehalter und führigere Hunde geben. Jedes Individuum entscheidet sich vom anderen. Doch generell würde ich von der Rasse abraten, wenn man sich im Vorhinein noch nicht ausreichend mit dem Thema Hundehaltung beschäftigt hat. Der Bewegungs- und Lerndrang unter Bedachtnahme seiner Eigenständigkeit, macht den Lapinporokoira zu einem eher schwierigen Hund, der seine Aufgaben immer wieder in Frage stellt.  
Gibt es eine spezielle Fütterungsform für die Rasse?
Nein! Ich empfehle BARF (Biologisch artgerechtes rohes Futter)

Ist eine große Fellpflege von Nöten?
Nein! Das Fell ist dreckabweisend. Nach einem Spaziergang reicht das Abrubbeln mit einem Handtuch.
Bürsten ist grundsätzlich nur während des Fellwechsels wirklich von Nöten.
 
Wie viel kostet ein Lapinporokoira?
In Europa variieren die Preise stark. Man kann aber zwischen €850,- und €1200,- rechnen.  
Wie viel Auslauf benötigt ein Lapinporokoira?
Soviel wie möglich ist. Eines ist jedenfalls klar: Die Hunde begnügen sich nicht mit einem kurzen Spaziergang.
In seiner Heimat legt ein Lapinporokoira schon mal 100km am Tag mit der Rentierherde zurück. Nun, dies ist uns meist nicht möglich, das ist klar. Ich will damit nur verdeutlichen, wozu diese Hunde im Stande sind.
 
Ist die Rasse gesund?
Im Großen und Ganzen ja! HD ist eine eher seltene Krankheit. PRA kommt jedoch immer wieder vor. Gegen diese Krankheit wird aber durch Untersuchungen und Auswertungen dieser Untersuchung vorgegangen. Mein Tipp: Kaufen Sie nur einen Hund von einem Züchter, der seine Tiere auf beide Krankheiten untersuchen lässt.
Ansonsten sind keine rassetypischen Krankheiten bekannt.
 
Hat der Lapinporokoira Jagdtrieb?
Ja! Die ursprüngliche Einkreuzung nordischer Jagdhunde ging nicht spurlos an der Rasse vorbei. Allerdings kann man durch konsequente und frühe Erziehung diesem Problem entgegenwirken.

Ist der Lapinporokoira als Wachhund geeignet?

Jawohl! Der Lapinporokoira will und wird sein Grundstück und Heim immer verteidigen. Und das unter Verwendung seiner gewaltigen Stimme. Er ist Fremden gegenüber misstrauisch, aber nicht aggressiv.
 
Kann man einen Lapinporokoira auch in der Wohnung halten?
Natürlich! Unter Bedachtnahme ausreichender Bewegung und geistiger Beschäftigung ist dies kein Problem.
Das Bellen sollte dann allerdings als bald als möglich in Griff gebracht werden. Ein Hund ist in einem Garten nicht glücklicher, wenn man sich nicht mit ihm beschäftigt.
 
Ist der Lapinporokoira kinderfreundlich?
Dazu sei zu sagen: Es gibt keine kinderfreundliche Rasse. Dies ist ein Prozess der Sozialisierung. Wenn ein junger Hund niemals Kontakt zu Kindern in jungen Jahren hatte, wird er sich ihnen gegenüber reserviert verhalten. Ein positiver Kontakt im Welpenalter wird das freundliche Gegenübertreten von Kindern hingegen fördern.
 
Und wie ist die Rasse mit anderen Hunden?
Grundsätzlich gibt es keine Probleme. Aber auch das ist ein Prozess der Sozialisierung und Gewöhnung an Artgenossen.
Jedoch werden zwei erwachsene, unkastrierte, rudelfremde Rüden oder Hündinnen sich nicht immer unbedingt freundlich gegenübertreten.
 
In welchen Farben gibt es die Rasse?
Am bekanntesten sind die schwarzen Vertreter mit den hellen Abzeichen (ob nun black und tan oder weiß/schwarz) oder ohne diese. Ebenso vertreten sind braune Hunde mit oder ohne den Abzeichen. Aber auch graue Exemplare sind im Heimatland Finnland gar nicht selten.
Die Unterwolle ist stets hell; gräulich oder bräunlich.
 
Sollte die Rute nicht über dem Rücken getragen werden?
Nein! Das ist ein Fehler im Standard. Die Rute sollte hängend sein und in der Bewegung lose gekrümmt. Sie ist tief angesetzt und reichlich behaart.
 

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